Zu Besuch beim Nachbarn LTPS

Am 24. November 2021 besichtigten wir, die Schüler der Sektion „Sciences environnementales“ des LTEtt, den LTPS (Lycée Technique pour Profession de Santé) in Ettelbrück.

Die Besichtigung im Rahmen des Faches ETCAS (Etude de cas) führte unsere Klasse zu Herrn Weydert Paul, der selbst als Bauingenieur das Gebäude, während des Baus bis zur Fertigstellung 2019 betreute.

 Im Vorfeld suchten wir uns in Gruppen Fragen, zu den ökonomischen, sozialen, ökologischen und technischen Aspekten, welche im Laufe der Besichtigung beantwortet werden sollten. Mit dem Thema der nachhaltigen Bauweise von Gebäuden beschäftigte sich unsere Klasse bereits im Vorfeld im Fach „ENTEC“. Somit war die Besichtigung eine gute Ergänzung, um das Erlernte in der Realität zu sehen, bzw. zu sehen, wie diese Bauweise umgesetzt wird.

Sozialer Aspekt:

Aus der Sicht des Architekten war die Betreuung dieses Gebäudes nicht aufwändiger als bei einem herkömmlich gebauten Gebäude. Gebaut wurde das Gebäude ausschließlich von luxemburgischen Firmen und dank der guten Planung und Zusammenarbeit war das Gebäude nach nur 3 Jahren Bauzeit fertig. Beim Bau wurde besonders darauf geachtet, dass natürliche Materialien und solche, die frei von Schadstoffen sind, benutzt werden. Dies hat sowohl positive Auswirkungen für die Bauarbeiter als auch im späteren Verlauf für die Nutzer des Gebäudes. Das einzige Problem, das es beim Gebäude gegeben hat, war, dass die Genehmigungsprozedur rund 10 Jahre lang gedauert hat, da es sich bei diesem Projekt um ein Pilotprojekt in unserem Land handelte und somit neue Regeln festgelegt werden mussten.

Ökologischer Aspekt:

Eine Frage die uns im ökologischen Sinne eingefallen ist, war die, ob das zum Bau benutzte Holz auch aus regionalen Wäldern stammt und nicht von weit her. Dies ist auch der Fall, das ganze verwendete Holz wurde in der Eifel (Deutschland) gerodet, somit in der Grenzregion von Luxemburg. Der LTPS ist ein Energie Plus-Gebäude, was bedeutet, dass das Gebäude mehr Energie produziert als es je verbraucht, sowohl beim Bau als auch bei der Benutzung. Diese Energie wird durch Photovoltaik sowie Solarthermie-Panels produziert. Laut Herrn Weydert, dem leitenden Bauingenieur, vergeht so gut wie kein Monat, in dem das Gebäude keine Auszeichnung bekommt.

Das erste ökologische Gebäude in Luxemburg ist es zwar nicht, aber das höchste Holzhaus des Landes sowie Vorreiter/Pilotprojekt für weitere Schulen.

Im Fall eines Abrisses des Gebäudes können alle Baumaterialien zurückgewonnen werden, da auf jegliche Verbundwerkstoffe konsequent verzichtet wurde.

Technischer Aspekt:

Vom Technischen her betrachtet ist das Gebäude sehr weit. Deswegen wurde es auch als Energie+ -Gebäude ausgezeichnet. Ein Energie+ -Gebäude ist ein Gebäude, das selbst mehr Energie erzeugt als es selbst verbraucht. Die meiste Technik läuft autonom, zum Beispiel öffnen sich morgens alle Fenster, um Frischluft hineinzulassen. Mit der auf dem Dach installierten Solaranlage wird mehr Energie erzeugt als dabei verbraucht wird. Zusätzlich ist auch eine Solarthermie- Anlage auf der Seite des Gebäudes installiert, diese Energie wird dann in einem 90000 L -Tank gespeichert.

Ökonomischer Aspekt:

Laut Herrn Weydert hatte man am Anfang befürchtet, dass das Gebäude teurer werde als ein konventionelles Gebäude, doch nach dem Bau wurde festgestellt, dass das Gebäude ziemlich in der gleichen Preislage liegt wie ein konventionelles Gebäude. Insgesamt waren 30 Millionen Euro eingeplant und davon wurden 26,1 Millionen Euro benutzt.

Die gesamte Klasse und die Lehrer der 1GSE des Lycée Technique d´Ettelbruck bedanken sich bei Herrn Weydert Paul für die interessante Führung durch das nachhaltige Gebäude sowie die Beantwortung der Fragen der Schüler.

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